Blog? Panikattacke? Australien?

Herzlich Willkommen zurück! 🙂

Einige von euch werden sich wahrscheinlich fragen „Warum ein Blog?“ „Was soll die Schnapsidee schon wieder?“ o. ä. Ich kann die Reaktion auch vollkommen nachvollziehen. Wie ich schon mal erwähnt habe, tausche ich mich unwahrscheinlich gerne mit Anderen in der Form aus. Ich verschaffe meinen Gedanken gerne Gehör. Ich hätte eigentlich genauso gut ein Buch schreiben oder ein Tagebuch führen können. Aber meine Kreativität habe im Laufe der Jahre verloren und ein Tagebuch veröffentlich man ja nicht. Aus diesem Grund habt ihr mich nun an der Backe! 😄

Lousara Kopenhagen

Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen ja sogar. Denn ich werde häufig auf das Thema Selbstverwirklichung und Zufriedenheit zu sprechen kommen. Ich erkläre, wie ich dazu gekommen bin, warum ich meinen Job gekündigt habe und wieso mir Zeit wichtiger als Geld ist.

Ich fange mal ganz von vorne an: Man kommt auf die Welt, vollkommen neutral, unverdorben und unvoreingenommen. Ein Kleinkind ist mit seinen Emotionen wesentlich flexibler, als ein erwachsener Mensch. Denn es gibt für sie noch kein richtig oder falsch. Je älter man wird, desto mehr gehen Meinung und Verhalten in eine bestimmte Richtung. Ein Kind vertraut seinen Eltern blind und stellt deren Verhalten nicht in Frage. Das dies fatale Folgen auf das Kind haben kann, ist in dem Alter unvorstellbar. Denn das Verhalten der Eltern, Familie, später auch das der Freunde formt das Selbstbild eines Menschen. Was ist also wenn die Eltern sich in der Kindheit nicht besonders aufmerksam verhalten haben und die Kinder durch Kritik und Liebesentzug kontrollieren? Mehrere Studien beweisen dass Kinder der westdeutschen Gesellschaft mindestens 100 Mal am Tag verbale und nonverbale Signale empfangen, dass sie, so wie sie sind, nicht gut genug sind und dadurch ein schlechteres Bild von sich selbst pflegen, als ostdeutsche Kinder. Das hat natürlich Folgen auf ihr späteres Leben, da sich das tief in den Menschen verankert. Viele haben dadurch den Eindruck nie gut genug zu sein und müssen sich damit zufrieden geben niemals das zu erreichen, was ihre Vorbilder erreichen.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass das Selbstbild eines Menschen, das Fundament von allen seinen Taten und Erfahrungen ist.

Kein Mensch wird als Versager geboren!

Im Kindergarten lernt man den Umgang mit anderen Kindern und muss sich bereits da schon Regeln fügen. Das funktioniert nicht immer auf Anhieb, aber spätestens wenn man aus dem Kindergarten in die Schule kommt, hat man die Regeln drauf.

Wenn es dann soweit ist und man eingeschult wird, wird dir vorgeschrieben, was du über die Welt zu wissen hast. Du wirst gezwungen dich für etwas zu interessieren und wirst anschließend auch noch benotet. In meiner Klasse war es so, dass eine 3 in einer Arbeit oder im Zeugnis nicht besonders gut war. Niemand hat sich für eine 3 interessiert. Dann gab es welche die bei einer 2 wie ein Schlosshund geheult haben. Denn ihnen wurde eingetrichtert, mit einer 2 bist du schlecht. Andere wiederum haben sich tierisch über eine 4 gefreut. Und dann ging das Vergleichen mit den Mitschülern und das Diskutieren mit den Lehrern los: „Ich habe aber das besser gemacht, als …. Wieso bekommt der eine 2 und ich eine 3?“ Warum ist unser System so ausgelegt, dass sich selbst die Kinder gegenseitig fertigmachen müssen um etwas wert zu sein?🤔 Zudem wird einem dort eingetrichtert, dass du einen guten Abschluss machen musst, um einen guten Ausbildungsplatz zu bekommen, um einen guten Job zu bekommen und viel Geld zu verdienen, da dein Ansehen in der Gesellschaft sonst eher niedrig ist.

In der Ausbildung geht es dann weiter. Ich habe in den ersten Jahren kaum etwas für die Berufsschule getan. Ich hatte keine Lust auf Schule und hatte in dem Alter anderes im Kopf. Das Alter in meiner Klasse lag zwischen 17 und 26 Jahren und mit 80% Mädchen. Wir hatten also die Streberklasse schlechthin. Obwohl ich hier von erwachsenen Menschen spreche, wurde sich trotzdem an den Noten gemessen. Eine ist sogar mehr und mehr ein Außenseiter geworden, da sie oft 4 in den Klausuren schrieb, was für unsere Klasse echt schon schlecht war. Man hörte dann immer in den hinteren Reihen ein Getuschel. Dies zog sich bis zur Abschlussprüfung durch die Ausbildung.

Diese Art von Mobbing, vorallem wenn es über eine solange Zeit geht, verändert das Selbstbild eines Menschen. Der Druck steigt mehr und mehr der/die Beste sein zu müssen, da sonst Ablehnung folgt.

Nach der Ausbildung geht es dann in den Beruf. In der Regel arbeiten wir 40 Stunden die Woche und haben 30 Tage Urlaub im Jahr. Das ist sehr sehr wenig, wenn man bedenkt, dass damit gerade mal die Sommerferien abgegolten sind. Und das ist für mich ein großes Thema!

Ende 2014 bin ich das erste Mal in meinem Leben nach Teneriffa in den Urlaub geflogen. Ich war mit meiner Familie bis dahin immer nur in Holland oder Dänemark, aber wegfliegen war für uns damals nicht bezahlbar. Mein Freund zeigte mir wie schön es in anderen Orten dieser Welt sein kann und ich leckte Blut. Seitdem flogen wir zweimal im Jahr in die Sonne und ich bekam mehr und mehr Fernweh wenn wir wieder Zuhause waren. 2015 beendete ich dann meine Ausbildung und stellte in der ersten Woche als „vollwertige“ Angestellte fest, dass ich so nicht alt werden kann. Ich habe nach der Ausbildung gewartet und dachte immer wieder „Und was kommt als nächstes?“. Aber es gab kein Nächstes. Ich sollte bis zu meiner Rente in einem Büro sitzen, jeden Tag die gleich Knöpfe drücken und mich von Menschen anpöbeln lassen, so will es die Gesellschaft. Mir wurde dann klar, wie wenig Lebenszeit wir für die schönen Dinge haben und wie viel Zeit wir verschwenden müssen, um Geld zu verdienen, weil wir ja einen gewissen Wohlstand anstreben. Die Gedanken quälten mich und die Panik in meiner Brust wuchs in den Jahren mehr und mehr. Ich wusste zwar was ich nicht wollte, aber nicht was ich will und wie ich das anstelle.

Gewisse Umstände in meinem Privatleben und in meinem beruflichen Leben ließen mich dann immer häufiger Migräneanfälle bekommen. Ich träumte nur von der Arbeit und bekam im Schlaf schon Migräne, so groß war der emotionale Stress bereits. Ich ging zwar trotzdem zur Arbeit, aber im Prinzip war ich nur körperlich anwesend. Damals spielte ich schon mit den Gedanken etwas anderes zu machen. Nur wusste ich nicht was.

Ende 2016 wurde ich über mein Instagramprofil angeschrieben, nachdem ich einige Sportbilder gepostet hatte. Dadurch wurde mir die Welt des Network Marketing erklärt. Heutzutage gibt es so viele Blogger, vorallem auf Instagram, die damit ihre Brötchen verdienen und dabei das tun, was ihnen Spaß macht und ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Es gibt so viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen, die uns aber gar nicht als Option nahegelegt werden. Ich fing dann 2017 an ein eigenes Gewerbe zu gründen und probierte Neues aus. Selbstverständlich kommt der Erfolg nicht über Nacht, so wie es viele meinen. Ich hatte schon einige Mädels in meinem Team, die nach drei/vier Wochen zu mir kamen und sagten: „Ich will nicht mehr.“ „Das funktioniert bei mir nicht.“ „So wird man nicht erfolgreich.“ Natürlich kann man in ein paar Wochen kein Unternehmen aufbauen. Das ist reines Wunschdenken! Man geht mehrere Jahre in den Kindergarten um auf die Schule vorbereitet zu werden und sich zu sozialisieren, 9-13 Jahre braucht man um einen Schulabschluss zu erreichen, 3 Jahre ackert man um einen Beruf zu erlernen – und dann soll ein Unternehmen in drei Wochen aufgebaut sein?? UNMÖGLICH!

Ich will nicht damit sagen, dass jeder Blogger werden soll. Wenn du merkst, dass du unglücklich bist, ziehe einen Schlussstrich. Öffne deine Augen und erkenne was dich glücklich macht. Und wenn es nicht auf Anhieb funktioniert, shit happens! Weitermachen und kämpfen!🙌🏼 Es gibt immer Zweifler, aber das sind auch die Personen die sich niemals trauen aus der Komfortzone herauszukommen, die Personen die für immer im System bleiben werden.

Hole dir einen Zettel und einen Stift und stelle dir an dieser Stelle die Frage: „Wenn mein Leben heute enden würde, wäre ich zufrieden wie es verlaufen ist oder würde ich etwas bereuen?“ Schreibe all deine Gedanken dazu auf.

Wenn du weißt das du bereust etwas nicht getan zu haben, dann mache dir einen Plan, wie du es möglich machen kannst. Du hast nur ein Leben und es kann sehr schnell vorbei sein.

Und das habe ich getan: Da ich nun sehr häufig Migräne hatte und es mir nicht besonders gut ging, sagte ich eines Tages zu meiner Schwester „Lass einfach ein Jahr nach Australien!“ Zu dem Zeitpunkt war das gar nicht so ernst gemeint, aber wir dachten dann tatsächlich darüber nach.

Ich habe mir seitdem Ende meiner Ausbildung vorgenommen endlich einen Hund zu kaufen und später ein Pferd. 🐶🐴 Und das war dann tatsächlich ein weiterer Auslöser, warum ich mich für Australien entschied. Wenn ich erstmal Besitzer von Tieren bin, kann ich nicht mal eben ein Jahr ins Ausland gehen. Immerhin leben die Tierchen auch so 10-30 Jahre und die Wahrscheinlichkeit danach ins Ausland zu gehen ist sehr gering. Mein Freund befürwortete die Idee ebenfalls mit der Erklärung, das ich es sonst irgendwann bereuen könnte. ❤️

So war es dann. Das waren alles logische Aspekte, die mich letztendlich für Australien entschieden ließen. 🇦🇺

Also beantragte ich auf der Arbeit unbezahlten Urlaub, damit ich nach meinem Auslandsaufenthalt erstmal wieder ein geregeltes Einkommen habe. Nun wurde meinem Wunsch nicht entsprochen und es kamen noch einige andere Aspekte hinzu, woraufhin ich mich zu einer Kündigung entschied. Nach wie vor bereue ich diese Entscheidung nicht und bin im Nachhinein der Meinung es sei schon viel früher nötig gewesen. Meine Migräneattacken wurden weniger und ich sah endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Mir wurde klar, dass kein Geld der Welt über der eigenen Gesundheit und Zufriedenheit stehen sollte.

Nun arbeite ich nur noch zwei Wochen in meinem Job und habe nebenbei mein Gewerbe laufen. Ich freue mich tierisch auf die Zeit die vor mir steht und bin total glücklich, dass ich diesen großen Schritt gewagt habe. Wenn du auch einen Wunsch hast, du dich aber nicht traust, denke daran –

Keiner deiner Kritiker wird dir am Ende deines Lebens auf die Schulter klopfen und sagen „Das hast du toll gemacht!“


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