Ab nach Cairns!

(Der Post kann unbezahlte Werbung enthalten.) Vlog zu Cairns

Wie in meinem letzten Blogpost bereits geschrieben, wollten wir aus dem ungemütlichen nass-kalten Sydneywetter in die Sonne nach Cairns fliegen. Das war mit Abstand die beste Entscheidung, die wir getroffen haben.

In Cairns angekommen, wurden wir von einer Hitzewand erschlagen. Das Thermometer zeigte noch 28 Grad an. Ursprünglich haben wir uns vorgenommen, zu Fuß zu unserem Hostel zu gehen, da es nur einen Kilometer vom Flughafen entfernt war. Allerdings machten uns die Hitze, das schwere Gepäck und unsere langen Klamotten, die wir trugen, ein Strich durch die Rechnung. Letztendlich schnappten wir uns wieder ein Taxi und ließen uns zum Hostel chauffieren. Um Geld zu sparen wählten wir diesmal ein 4-Bett-Zimmer im Koala Beach Resort. Es waren zwei Doppel-Hochbetten, die total ranzig und durchgelegen waren. Das Zimmer hatte ein seperates Badezimmer, was vollgestellt mit Sachen unserer Vormieter war und eine kleine Küchenzeile mit Waschbecken. Auch die Zeile war vollgestellt mit Essen und Medikamenten. Im Badezimmer wohnte eine Kakerlake und die Küche war voller Ameisen. Von Anderen erfuhren wir, dass es in einigen Zimmern sogar Bettwanzen gab. Außerdem waren sehr viele Gras rauchende Menschen in dem Hostel. Ich kann das Koala Beach definitiv nicht empfehlen! In unseren Vlogs könnt ihr euch das Zimmer genauer ansehen. Wir hatten eine Mitbewohnerin, die aus China kam und am nächsten Morgen zurück nachhause flog. So hatten wir das Zimmer die meiste Zeit für uns alleine. Wie am ersten Abend in Sydney, schauten wir uns die Stadt noch etwas genauer an und kauften uns etwas Brot und Wasser.

Cairns

Cairns, das im Norden Queensland liegt, ist relativ überschaubar und hat ein angenehmes Urlaubsflair. Wir haben uns von der ersten Sekunde an pudelwohl gefühlt. Die Stadt ist seitdem unsere absolute Lieblingsstadt in Australien. Schnell fiel uns der kreischende Lärm auf, der aus den Bäumen kam. Es waren tausende Flughunde, die in den Bäumen hingen. Wir waren ziemlich geflasht über die Anzahl und die Größe der Flughunde. Immerhin sieht man in Deutschland höchstens mal eine Hand voll kleine Fledermäuse.

In Queensland ist es kaum möglich direkt im Meer zu schwimmen, da dort Krokodile, tödliche Schlangen und Quallen beheimatet sind. So hat Cairns eine Lagune mit Blick auf’s Meer gebaut, die sehr beliebt ist. Wir haben uns dort täglich aufgehalten und haben Australien endlich mal in vollen Zügen genossen. Außerdem hat man sehr viele Deutsche getroffen, unteranderem hat man die Backpacker an den schnelltrocknenden Mikrofaserhandtüchern erkannt.

Dann ging es an die weitere Planung – was wollen wir sehen? – wie bewegen wir uns fort? – wo wollen wir schlafen? Als wir noch in Sydney waren, haben wir in eine Backpacker-Gruppe bei Facebook nach zu empfehlenden Hostels gefragt und schauten dort nach einem Auto, das wir kaufen konnten. Schnell meldeten sich welche, die ihr 4WD verkaufen wollten und sich zu dem Zeitpunkt auf dem Weg nach Cairns befanden. Nach einigen Tagen schauten wir uns das Auto an und machten eine Probefahrt – es war ein Ford Escape Baujahr 2004 mit Automatikgetriebe und zuschaltbaren 4WD. Ich wusste, man sollte sehr vorsichtig mit Backpackerautos sein, weil es einige gibt, die aus dem letzten Loch pfeifen. Viele Backpacker wollen ihre Autos so schnell wie möglich verkaufen, weil sie demnächst den Heimweg antreten, ganz egal in welchem Zustand das Auto ist. Das Auto machte jedoch einen guten Eindruck, hatte zwar ein paar Kratzer, aber bei einem 14 Jahre alten Auto, was schon im Outback unterwegs war, vollkommen im Rahmen. Zudem ist das Auto noch nicht lange ein Backpackerauto, sprich es wurde regelmäßig durchgecheckt inkl. Ölwechsel, was mir persönlich sehr wichtig war. Die beiden, die uns das Auto verkaufen wollten, waren super nett und kamen ebenfalls aus Deutschland. Letztendlich wollte das Universum es so – wir kauften das Auto.

Netterweise wurden wir von den Vorbesitzern zu einem Eis eingeladen, mit dem wir den ganzen Papierkram erledigten. Das Auto hat zum Glück eine Western Australia-Registrierung, bei der eine Ummeldung per Post möglich ist. Am Tag der Schlüsselübergabe mussten wir auch aus unserem Hostel auschecken – zum Glück!

Screenshot Else

Es war soweit – wir hatten ein Auto! Endlich waren wir nicht mehr an einen Ort gebunden und mussten unseren Schlafplatz nicht mehr mit Kakerlaken und Ameisen teilen. Nachdem wir Nudeln, Reis, Tomatensoße etc. eingekauft hatten, verbrachten wir die erste Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz ca. 30 km von Cairns entfernt. Es war eine große gemütliche Koppel, auf der sich viele Backpacker tummelten. Dort trafen wir sogar Backpacker wieder, die wir in der Lagune bereits kennengelernt haben und das gleiche Auto wie wir besaßen. Dort bereiteten wir dann unser Essen zu, aßen und machten das Bett. Der erste Schritt unseres richtigen Abenteuers war getan. Die Nacht war alles andere als angenehm. Es war unglaublich warm im Auto, trotz offenen Fenstern. Selbstverständlich haben wir an alle Fenster Fliegengitter angebracht, trotzdem verirrte sich eine Mücke in das Auto. Lilly öffnete immer wieder die Tür, um mehr frische Luft ins Auto zu lassen, woraufhin uns eine Spinne besuchte. Sie war nicht groß, aber da wir abolut keine Ahnung hatten, ob sie giftig ist oder nicht, rasteten wir vollkommen aus. 😀 Komplett nassgeschwitzt, wachte ich um 6 Uhr morgens auf. Die Sonne knallte direkt auf das Auto und verbreitete ein schönes Sommergefühl.

Wir genossen die nächsten Tage noch die Sonne an der Lagune und schmiedeten Pläne für unseren Roadtrip. Klar war, dass wir in Sydney ankommen wollten, da Lilly in Dezember zurück nachhause fliegen wollte. Uns kam die Idee die Ostküste in einer Kolonne zu fahren, denn erstens könnte es mit mehreren Leuten mehr Spaß machen und zweitens ist man nicht alleine, wenn man mal eine Panne o. ä. hat. Es meldeten sich sogar sehr viele, aber leider hatten die meisten kein Auto, kein Zelt (sonst hätten wir noch eine Person in unser Auto gequetscht) oder konnten aufgrund des Alters keinen 4WD mieten. Aus diesem Grund fuhren wir erstmal nur zu zweit in den Norden.

Cape Tribulation

Die Vorbesitzer von Else (so heißt unser Auto) empfahlen uns Cape Tribulation und den Daintree Rainforest anzuschauen. Um uns Bedenkzeit bezüglich der Kolonne zu verschaffen, taten wir das. Eigentlich gibt es nicht besonders viel darüber zu berichten. Wir sind losgefahren, mit einem halb vollen (oder halb leeren) Tank, in der Hoffnung das würde reichen. Alle die schon dort waren, wissen wie naiv das ist! 😀

Ich glaube wir hatten das Auto zu dem Tag an dem wir dorthin fahren wollten, 2 Tage. Also haben wir anhand der gefahrenen Kilometer geschätzt wie viele Kilometer es bis nach Cape Tribulation sind und dass wir mit dem Tank auskommen müssten. Wir fuhren also in den Norden, durch das Nichts von Queensland. Weit und breit waren nur Strand, Felder und Wald in Sicht und machten einen Stop in Port Douglas.

Strand Port Douglas
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Port Douglas soll ein Hotspot für Promis sein, von denen wir allerdings keine trafen. Es ist sehr schön dort und sah auch teuer aus. Nachdem wir am Strand unsere Füße gebadet hatten, ging die Fahrt auch weiter. Wie ihr sicher wisst, herrscht in Australien Linksverkehr. Nach ein paar Tagen fahren, ist das kein Problem mehr. Dummerweise fuhr ich beim Abbiegen einmal in die falsche Seite. Zum Glück gab es dort eine U-Turn-Bay in der ich sofort die Straßenseite wechseln konnte. Es kam auch kein Auto von vorne. Sowas passiert einem nur einmal! 😅

Und dann standen wir schon vor der Fähre. Das ging viel schneller als gedacht, weil ich während der Fahrt schon überlegt hatte, doch noch zu tanken. Dummerweise sind wir bereits vor 30 km an der letzten Tankstelle vorbeigefahren, was wir dann erst merkten. Also dachten wir „No risk no fun!“ :DNach 10 min Wartezeit, ging es auch schon auf die Fähre – unsere erste Fähre in Australien, die für Hin- und Rückfahrt um die 30 $ gekostet hat, wenn ich mich richtig erinnere. Dann ging das Abenteuer los! Die Straßen waren nicht besonders breit und sehr steil. Selbstverständlich haben wir in unserer Spritberechnung nicht an die Berge gedacht, die wir hochfahren mussten. Am Besten schaut ihr euch unseren Vlog dazu an, den ich am Ende des Blogposts anhänge.

Als erstes machten wir selbstständig eine Tour durch den Regenwald. Wir hatten absolut keine Ahnung was uns erwartet und gingen einfach los. So schwül, wie man sich einen Regenwald vorstellt, war er auch. Es waren sehr viele Heuschrecken und Vögel zu hören, die wild durcheinander schrien. Mücken gab es dort zum Glück keine. Allgemein konnten wir nicht besonders viele Tiere sehen, weil der Wald durch die Dürre trocken gelegt war. Die Wurzeln der Bäume, die sich normalerweise unter und im Wasser befinden, lagen frei. Wir sind grundsätzlich nicht unbedingt an Bäumen interessiert, was den Trip nicht spannender machte. Ein Tier, was wirklich überall vertreten ist, der Gecko. Wir erschracken jedes Mal, wenn ein Gecko über den Weg ins Gebüsch huschte und so die Blätter zum Rascheln brachte. Wir hofften immer, dass es keine Schlange, Spinne etc. war, die jeden Moment aus dem Gebüsch auf uns zu springen würde. In allen Fällen war es nur ein Gecko.

Gecko Time
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Kniet nieder! 🙂

Trockenzeit – Regenzeit

In Australien sind die Jahreszeiten ziemlich verrückt, für einen Deutschen. Die vier Jahreszeiten, wie wir sie kennen, gibt es dort nicht. Grundsätzlich sind sie umgekehrt (Down Under) zum europäischen Wetter.

  • Frühling: September – November
  • Sommer: Dezember – Februar
  • Herbst: März – Mai
  • Winter: Juni – August

Während es im Süden auch mal frieren kann, herrscht im Norden ein sehr tropisches Klima, das in Trockenzeit und Regenzeit unterschieden wird. Die Sommer sind feucht-heiß, während die Winter gleichbleibend warm sind. Empfohlen ist es während der Trockenzeit Mai bis Oktober den Norden zu bereisen, da es während der Regenzeit November bis April zu monsunartigen Regenfällen und Wirbelstürmen (Zyklonen) kommt. Überschwemmungen und besonders saugfreudige Moskitos, die in der Zeit in der Überzahl sind, sind die Folge.

Wir waren im Oktober und zum Glück nicht in der Regenzeit dort und hatten traumhafte, aber auch sehr heiße Tage. Aus diesem Grund war der Regenwald weitestgehend unbewohnt.

Danach ging es weiter den Berg hinauf. Wir sahen wunderschöne Strände mit warmen Wasser, wie aus der Badewanne. Schwimmen durfte man aufgrund der Aligator und Quallengefahr nicht, jedoch kühlten wir immerhin unsere Beine etwas ab. Wir fuhren immer weiter den Berg hinauf, bis sich die Straße in eine Sandstraße verwandelte. Die Straße war voller Löcher und Unebenheiten, was mir im Herzen wehtat, als wir Else darüber schicken mussten. Leider hatte keiner von uns Empfang und wir fuhren weiter und weiter. Irgendwann beunruhigten uns Schilder, auf denen stand, dass ab dem Punkt nur noch 4WD Fahrzeuge weiterfahren dürfen, weil wir einen Fluss durchqueren musste.

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Fluss mit dem 4WD überqueren

Else hat zwar Allradantrieb, aber das wollten wir ihr nicht zumuten. Immerhin musste sie noch über 2000 km mit uns durchhalten. Also parkten wir und gingen zu Fuß durch den Fluss. Dann kam der Zeitpunkt, an dem wir nicht mehr konnten. Es war kein Ende in Sicht, wir hatten über 30 Grad und unsere Handys versagten weiterhin. Also entschlossen wir uns umzudrehen. Wir haben unbeschreiblich schöne Strände gesehen und bereuen diesen Trip definitiv nicht.

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Wieder zurück im Auto, der Schreck – der Tank ist leer. Auf dem Hinweg sahen wir allerdings etwas, was wie eine kleine Tankstelle aussah und die konnten wir gerade noch erreichen.

An deutschen Tankstellen ist es möglich den Zapfhahn festzustellen, um volltanken zu können. Wenn sich der Mechanismus löst, weiß man – das Auto ist voll. In Australien gibt es diese Möglichkeit nicht und gestaltete das Tanken immer etwas schwierig. In der Anfangszeit ließen wir die Zündung an, damit Lilly auf die Tankanzeige gucken konnte, um mir Bescheid zu geben wann der Tank voll ist. Das machte Else aber nur ein paar Mal mit. Denn irgendwann sprang sie nach dem Tanken nicht mehr an. Aber dazu später mehr.

Lilly gab mir also Bescheid, als das Auto vollgetankt war und wir konnten uns erleichtert auf den Rückweg begeben. Wir wurden mit so vielen Eindrücken überhäuft, dass wir nicht über unseren Kolonnenplan nachdachten. Wir fuhren also wieder nach Cairns an unseren Lieblingsplatz – Esplanade Lagoon und ließen den Tag ausklingen.

Esplanade Lagoon Cairns
Kumpel in Cairns

Hier der Vlog zu Cape Trib!


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