Unser Roadtrip beginnt

Nachdem wir noch einige Tage an der Lagune verbracht haben, starteten wir endlich unseren Roadtrip. Die Nacht an dem der Trip losging, schliefen wir auf dem selben Campingplatz, an dem wir die erste Nacht bereits geschlafen hatten. Dieses Mal waren wir allerdings so clever und stellten uns zum Schutz vor der Sonne unter die Bäume. Somit war die Nacht, was die Temperatur anging, wesentlich angenehmer. Jedoch gab es, wie an fast jedem kostenlosen Campingplatz, Dauercamper – die betrunken waren und die ganze Nacht rumgebrüllt haben. Wir waren auch der Meinung, dass sie sogar um unser Auto herumgeschlichen sind, weil wir deutlich Schritte hören konnten.

Nachdem wir uns am nächsten Tag ein letztes Mal in der Lagune abgekühlt hatten, ging es dann endgültig los. Wir entschieden uns doch alleine, nicht in Kolonne zu fahren und machten uns auf den Weg Richtung Townsville.

An alle, die unsere Vlogs von Anfang an verfolgt haben, es tut mir Leid, dass ich so viele lange Autofahrszenen reingeschnitten habe. Wie ihr sicher im Laufe der Zeit gemerkt habt, wurde es immer weniger. Ich lerne noch! 🙂

Nach ca. einer Stunde Fahrt, hielten wir in Bramston Beach. Das ist ein sehr kleiner und ruhiger Ort am Meer, der gerade mal 174 Einwohner hat. Leider merkte Lilly das besonders zu spüren, da sie keinen Empfang hatte. Das war ziemlich merkwürdig, da wir den selben Anbieter (Boost von Telstra) hatten und ich immer mindestens einen Strich auf der Empfangsanzeige hatte. Immerhin hatte der Campingplatz Waschmaschinen und Strom, was wir sehr gerne nutzten. So konnten wir unsere Wäsche endlich waschen und all unsere Geräte aufladen. Leider sind unsere Nudeln, die wir zwei Tage vorher in ausreichender Menge gekocht haben, vergammelt. Also hieß es, Campingkocher rausholen und kochen. Diese Erfahrung musste wahrscheinlich jeder Backpacker schon einmal machen, was bei den heißen Temperaturen auch nicht verwunderlich ist. Zu Lilly’s Pechsträhne kam noch hinzu, dass sie beim Duschen von einer Ameisenstraße besucht wurde. So wurde sie gleich ins kalte Camperwasser geschmissen.Am nächsten Morgen weckte mich die Sonne um halb 6. Ich ging an den Strand und konnte Sonnenaufgang am Meer genießen. Nachdem Lilly’s frischgewaschene Socke von einem Vogel angekackt wurde, ging unsere Fahrt weiter.
Wir machten einen relativ langen Abstecher zu den Josefine Falls, die sehr verlockend am Highway ausgeschildert waren und wurden nicht enttäuscht.

Känguru-Warnschild fast überall in Queensland

Leider konnten wir in dem Vlog nicht so viel davon zeigen, da wir die Kamera ungern im Wasser verlieren wollten. Ein paar Handyaufnahmen waren trotzdem drin. Wir trafen sogar die beiden Backpacker wieder, die wir an der Lagune und an unserem ersten Campingplatz getroffen haben. Die waren so freundlich von uns ein paar Bilder zu schießen. Der Trip an diesem Tag endete für uns in Mission Beach, was nochmal eine Stunde entfernt lag. Wir waren in der verhältnismäßig kurzen Fahrt sehr schockiert darüber, wie viele tote Känguru’s am Straßenrand lagen. Wir wurden zwar vorgewarnt, möglichst nicht nachts zu fahren, weil sie dann am Aktivsten sind, aber über das Ausmaß waren wir uns nicht bewusst. In Mission Beach waren wir wieder auf einem Campingplatz mit Strom und sogar Wlan. Wir konnten also endlich mal wieder ein paar Vlogs hochladen. Erst mussten wir uns allerdings durch den australischen Slang kämpfen, den wir aus Cairns und Sydney so überhaupt nicht kannten. Außerdem fiel uns auf, je ländlicher es wurde, desto freundlicher und offener wurden die Menschen. Man hat sich überall willkommen gefühlt.

Der Campingplatz lag direkt an einem wunderschönen Strand, an dem man laut der Campingplatz-Besitzerin auch baden durfte. Ehrlich gesagt haben wir uns wegen der Quallengefahr nicht getraut und genossen die Ruhe im Schatten der Palmen.

Nachdem wir einigermaßen ausgeschlafen haben, ging es für uns auch schon weiter. Wir sahen auf der Fahrt das erste Mal was die bekannten „Bush fires“ mit der Landschaft anrichten. Wir wollten wieder einem Schild zu einem Wasserfall folgen und fanden riesige Flächen eines abgebrannten Waldes. Weiter hinten sah man große Rauchwolken, die nicht aufzuhören schienen. Hier kommt ihr zu dem Vlog, in dem man das sehen kann. Die Straße führte genau auf die Rauchwolken zu, sodass wir uns entschieden umzudrehen und weiter nach Townsville zu fahren.

Townsville

Die Fahrt von Mission Beach nach Townsville dauerte ca. drei Stunden. Wir kamen gegen Mittag in der Stadt an und schauten uns um. Mir persönlich gefällt die Stadt sehr gut. Sie ist mit fast 180.000 Einwohnern nicht zu klein und nicht zu groß. Es gibt alles was man braucht und hat trotzdem ein großes Stück Natur in der Stadt. Zu unserem Glück fanden wir eine Salzwasser-Lagune, in der wir uns ausgiebig abkühlen wollten. Ehrlich gesagt, war das Wasser so warm wie Badewasser.

Geschlafen haben wir dort das erste Mal auf einem Rastplatz, der etwas außerhalb von Townsville lag. Man durfte höchstens eine Nacht dort nächtigen, was mir die Tankstellenbesitzerin unmissverständlich klar machte. Scheinbar hatte sie schon andere Erfahrungen mit Backpackern sammeln müssen. Zunächst standen nur drei Camper auf dem ziemlich kleinen Parkplatz, da der Platz bei der App Campermate als Schlafplatz gekennzeichnet war, fanden sich im Laufe des Abends viele weitere Backpacker ein. Zur Information: Campermate ist eine App, die fast alle Campingplätze, Sehenswürdigkeiten, Waschsalons, Duschen, Wlan, usw. in Australien und Neuseeland anzeigt. Perfekt für jeden Camper!

Magnetic Island

Am nächsten Tag haben wir uns jeweils ein Fährenticket nach Magnetic Island gesichert, mit dem Ziel mit Koala’s zu kuscheln. Zugegeben war es ziemlich naiv von uns ohne Bargeld, Führerschein und Reisepass dorthin zu reisen. Lediglich Nahrung in Form von Shakes und Wasser nahmen wir mit und dachten überhaupt nicht weiter nach. Wir fuhren ca. 30min zur Insel und waren dann auf uns allein gestellt.

Dann fingen wir an zu planen. Wo wollen wir hin? Wo sind die Koala’s? Wie wollen wir dahin kommen? Ich habe absolut keine Ahnung was wir uns dabei gedacht haben.🤷🏼‍♀️

Wir wollten auf die andere Seite der Insel nach Horseshoe Bay und hatten nur 10$ in der Tasche. Wir einigten uns darauf, das letzte Bargeld was wir mit hatten, für den Rückweg zur Fähre für den Bus aufzubewahren. Ein Auto zu mieten kam für uns nicht in Frage, außerdem hatten wir nichts zum Ausweisen dabei. Also gingen wir los – Ja wir gingen! Schnell mussten wir feststellen, dass der Gehweg endete. Jedoch fanden wir nach einigem hin und her ein Wanderweg. Diesmal dachten wir an die Kopfbedeckung, was auch mehr als notwendig war! Die Sonne knallte uns bei über 30 Grad auf den Kopf und keine Wolke war in Sicht. Wir legten einen langen Weg zurück und gelangten von Wanderweg zu Wanderweg. Wir hörten viele Tiere in den Gebüschen rascheln und ich bin mir sicher, dass es diesmal nicht nur Gecko’s waren. Tatsächlich versperrte uns eine Spinne den Weg, indem sie ein Spinnennetz über den Weg von dem Baum auf der linken Seite zu dem Baum auf der rechten Seite gesponnen hatte. Sie saß mittendrin. Wir hatten keine Ahnung ob sie giftig ist oder nicht. Wie wir die Situation gelöst haben, könnt ihr im Vlog sehen. Wir trafen viele Deutsche – eine fanden wir im Gebüsch, als sie Bilder mit einem Koala machte.

Eigentlich wollten wir ja zur Bucht. Mit ihr verliefen wir uns bis zu einem Fort, das auf der Spitze der Insel lag. Wir hatten einen unbeschreiblichen Ausblick, obwohl wir dort gar nicht hinwollten.

Je länger wir uns in der Sonne aufhielten, desto mehr bekamen wir Probleme mit dem Kreislauf. Wer uns kennt, weiß dass das im Sommer immer der Fall ist. Unser Wasser war allmählich aufgebraucht und die einzige Wasserstelle, die wir fanden, war mit Wespen belagert – scheinbar waren die genauso durstig wie wir.

Also gingen wir weiter und gelangten letztendlich doch noch an die Horseshoe Bay und den Park, wo man Koalas kuscheln konnte. Und wenn schon struggle dann richtig! Die letzte Koalaführung des Tages war gerade vorbei. Wir kämpften uns stundenlang durch den Busch und verpassten die Möglichkeit mit einem Koala zu kuscheln. Das stimmte uns schon ziemlich traurig, da das ursprünglich der Grund war, warum wir überhaupt auf die Insel gefahren sind. Trotzdem gingen wir dann noch weiter an den Strand und entspannten im Schatten. Unmittelbar in der Nähe vom Strand war eine Outdoordusche, unter der wir den Schweiß und Staub abwaschen konnten. Das war eine Erleichterung! Zum Trocknen legten wir uns noch kurz in die Sonne, während ich den Busplan checkte. Leider stellten wir schnell fest, dass der letzte Bus zur Fähre bereits in 5 min abfährt. Also nichts mit entspannen, sondern schnell anziehen. Und dann sahen wir schon den Bus kommen, der früher als geplant losfuhr. Da wir ungern den ganzen Weg wieder zu Fuß gehen wollten und sonst die Fähre verpasst hätten, eilten wir schnell zum Bus. Die Fahrt war so günstig, dass wir LOCKER beiden Touren mit dem Bus hätten fahren können. Super!🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️ Dann ging’s schnell auf die Fähre und zurück an Land.

Schliefen taten wir dann einige Tage auf einem Campingplatz mit großer Outdoorküche, Pool und Wlan. Das hatten wir nach unserem Wandertrip auch mehr als nötig!


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